Positives Fazit der BPiK Fachtagung am 14. November 2017

Positives Fazit der BPiK Fachtagung am 14. November 2017

Von der Stärkung eines unverzichtbaren Ehrenamts bis zu friedlichen Konfliktlösungsstrategien: Patientenfürsprecher und Interessierte haben sich Mitte November auf der zweiten Fachtagung des Bundesverbands für Patientenfürsprecher in Krankenhäusern e. V. (BPiK) im Rahmen des Deutschen Krankenhaustages über zurückliegende und geplante Projekte des BPiK, Zukunftsvisionen und alternative Möglichkeiten der Streitschlichtung informiert. Die Veranstaltung fand am Rande der weltgrößten Medizin-Messe Medica in Düsseldorf statt.

„Wir haben uns über viele Besucher und mehr Patientenfürsprecher als im vergangenen Jahr gefreut“, resümiert Detlef Schliffke, Vorsitzender des BPiK. „Fürs kommende Jahr hoffen wir auf eine weitere Steigerung.“ In seinem Vortrag sprach Schliffke von einer bundesweiten Vernetzung der Patientenfürsprecher. Einzig im Raum Hamburg und in den neuen Bundesländern, vor allem im Berliner Raum, bestünden noch Lücken, die schnellstmöglich geschlossen werden sollen. Der Vorsitzende bietet an, bei Bedarf auch Patientenfürsprecher an Krankenhäuser zu vermitteln. Als größte Erfolge des vergangenen Jahres nennt er gemeinsam herausgegebene Empfehlungen des BPiK und des Bundesverbands Beschwerdemanagement für Gesundheitseinrichtungen in Krankenhäusern e. V. (BBfG) für eine bessere Zusammenarbeit zwischen Patientenfürsprechern und Beschwerdemanagern, die Veröffentlichung allgemeiner Leitlinien für Patientenfürsprecher sowie den zum zweiten Mal veranstalteten „Tag des Patienten“. Der vom BPiK (www.bpik.de), dem BBfG (www.bbfg-ev.de) und dem Patientenportal Saluway (www.saluway.de) initiierte „Tag des Patienten“ wird jedes Jahr am 26. Januar bundesweit an Krankenhäusern veranstaltet. Im vergangenen Jahr beteiligten sich rund 50 Kliniken, für 2018 hofft der BPiK-Vorsitzende auf mehr als 100 teilnehmende Krankenhäuser. Mit Infoständen, einer Telefonhotline oder Vorträgen soll an diesem Tag auf die Rechte von Patienten aufmerksam gemacht und aufgeklärt werden.

Lob vom Katholischen Krankenhausverband Deutschland

Großes Lob für Patientenfürsprecher und den BPiK äußerte Bernadette Rümmelin, Geschäftsführerin des Katholischen Krankenhausverbands Deutschland (KKvD): „Ich bin begeistert, wie viel positive Motivation Patientenfürsprecher haben. Da steckt viel Engagement drin.“ Das Amt des Patientenfürsprechers bezeichnet sie als „wichtiges Ehrenamt, das großer Aufmerksamkeit bedarf“. Eine vom KKvD initiierte Umfrage unter Patientenfürsprechern katholischer Krankenhäuser habe aber auch ergeben, dass eine stärkere Fokussierung auf Themen wie Konfliktbewältigung und Mediation nötig sei. „Unsere Träger sollten dazu beispielsweise Fortbildungen anbieten“, fordert die KKvD-Geschäftsführerin.

Der KKvD versteht sich als Anwalt für die Interessen seiner Mitgliedseinrichtungen, deren Mitarbeiter und der Patienten. Erklärtes Ziel ist es, jeden Patienten in seiner individuellen Würde ernst zu nehmen und Krankenhausstrukturen zu schaffen, die diesem Anspruch gerecht werden. Dazu führen Vertreter des Katholischen Krankenhausverbands regelmäßig Gespräche mit gesundheitspolitischen Sprechern, parlamentarischen Staatssekretären im Gesundheitsministerium, Bundestagsabgeordneten und Mitgliedern des Gesundheitsausschusses und bringen sich in die Gremien und Ausschüsse der Deutschen Krankenhausgesellschaft ein.

Friedliche Einigung statt Streit vor Gericht

Welche weiteren Möglichkeiten Patientenfürsprecher anbieten können, wenn ihre eigenen Möglichkeiten ausgeschöpft sind und Patienten oder Angehörige sich mit aufklärenden Gesprächen oder einer Entschuldigung nicht zufrieden geben, berichtete Kerstin Kols, Geschäftsführerin der Schlichtungsstelle für Arzthaftpflichtfragen der norddeutschen Ärztekammer. „Die Schlichtungsstelle hat das Ziel, Missverständnisse aufzuklären und gemeinsam mit beteiligten Patienten, Ärzten, Krankenhäusern und der jeweiligen Haftpflichtversicherung zu einer Einigung zu kommen“, so die Geschäftsführerin. Das Verfahren sei freiwillig und rechtlich nicht verbindlich, helfe aber in vielen Fällen, belastende gerichtliche Verhandlungen zu vermeiden. Das Verfahren sowie alle notwendigen Gutachten sind für Patienten kostenfrei.

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